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Modellkommunen
Übersicht der Modellkommunen: Würselen

Spielleitplanung Würselen


Organisation: Stadt Würselen
Morlaixplatz 1
52146
Würselen
Nordrhein-Westfalen
Ansprechpartner: Herr Hans Brings
Website:

www.wuerselen.de; www.stadt-der-kinder.de


Projektinhalt
Die Mittelstadt Würselen liegt fünf Kilometer nördlich des Oberzentrums Aachen. Die Einwohnerzahl beträgt derzeit ca. 37.500. Prägte über Jahrhunderte hinweg der Bergbau das Leben und das Bild Würselens, so sind es heute kleinere und mittlere Unternehmen, die vor allem die herausragende Lage am Autobahnkreuz Aachen nutzen.
Würselen besitzt Kindergärten in allen Stadtteilen, sowie mehrere Grundschulen, eine Hauptschule, eine Realschule ein städtisches und ein privates Gymnasium, eine Förderschule sowie das „Euregio-Kolleg“ für die Erwachsenenbildung.
Die Stadt verfügt an ihrer Peripherie über idyllische Erholungsgebiete im Wurm- und Broichbachtal sowie einen Stadtgarten inmitten des Zentrums.
Neben den vielen kulturellen Möglichkeiten und Einrichtungen bietet die Stadt Würselen eine breite Palette von Sportstätten und interessanten Freizeitmöglichkeiten.
Die Lebensqualität innerhalb der Stadt Würselen zeigt sich nicht zuletzt dank eines regen Vereinslebens insbesondere im Brauchtum.

Foto: Planungsbüro Stadtkinder

Im Jahre 2000 hat der Rat der Stadt Würselen ein Leitbild „Stadt der Kinder“ verabschiedet. Dieses Leitbild sieht u.a. vor, dass Kinder und Jugendliche über sie betreffende allgemeine Angelegenheiten der Stadt zu unterrichten sind sowie bei wichtigen Planungen und Vorhaben, welche die Interessen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig berühren, möglichst frühzeitig über die Grundlagen sowie Ziele, Zwecke und Auswirkungen zu informieren sind. Bei konkreten Maßnahmen, die das Lebensumfeld und dessen Gestaltung betreffen, sollen die Kinder und Jugendlichen als unmittelbar Betroffene an der Planung beteiligt werden.

Seit dieser Zeit haben eine Vielzahl von Beteiligungsprojekten bei der Neugestaltung von Spielplätzen, Schulhöfen und Freizeitanlagen stattgefunden.



Projektdurchführung

Im Rahmen der Spielleitplanung wurde untersucht:

  • wo sich Kinder und Jugendliche im Stadtgebiet aufhalten,
  • welche vorhandenen Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsqualitäten im Stadtgebiet zu sichern sind,
  • wie sich aus Sicht von Kindern und Jugendlichen eine gesamträumliche Entwicklung darstellt.
In Würselen wurde ein umfangreiches und mehrstufiges Beteiligungsverfahren mit den folgenden Bausteinen durchgeführt:
  • Zukunftswerkstatt,
  • Streifzüge,
  • Befragung von Schülerinnen und Schüler(Methode: Subjektive Landkarten),
  • Planungswerkstatt zur Spielplatzplanung von-Plettenberg-Straße und
  • Mitbauaktionen zum Spielplatz von-Plettenberg-Straße.
Foto: Planungsbüro Stadtkinder
Auf Grundlage der Beteiligungsergebnisse und der Erhebungen und Begehungen des Planungsbüros Stadt-Kinder wurde der Spielleitplan entwickelt. Der Spielleitplan bildet einen Orientierungs- und Handlungsrahmen für die gesamträumlich-konzeptionelle Entwicklung der Stadt Würselen aus Sicht von Kindern, Jugendlichen und Familien. Der Spielleitplan besteht aus mehreren Bestandsplänen und einem Maßnahmenplan einschließlich textlicher Erläuterungen und einer Matrix mit Empfehlungen zur Umsetzung sowie einer differenzierten Qualitätszielkonzeption, die Politik und Verwaltung in die Lage versetzt, Qualitäten einer kinder- und familienfreundlichen Stadtentwicklung auf vielen Ebenen umzusetzen.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Ein wichtiger Bestandteil ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Folgende Beteilgungsmöglichkeiten wurden durchgeführt:

  • Mental-Map-Befragung an allen Schulen. Insgesamt 420 Schüler,
  • Durchführung von Streifzügen mit Kindern und Jugendlichen,
  • Durchführung von Beteiligungsprojekten,
  • Durchführung einer Auftaktveranstaltung im Rahmen einer Zukunftswerkstatt (Oktober 2004).

Projektchronologie:
Die folgende Aufstellung zeigt den gesamten Ablauf der Spielleitplanung in Würselen:

    2004
  • Zukunftswerkstatt mit Kindern und Jugendlichen und Auftakt zur Spielleitplanung
  • Sitzungen der verwaltungsinternen AG Spielleitplanung
  • Vorerkundung der Planer
  • Preisverleihung durch das Deutsche Kinderhilfswerk
    2005
  • Pressekonferenz zur Spielleitplanung
  • Durchführung von Mental Maps an Würselener Schulen
  • Durchführung einer Trägerkonferenz mit den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit
  • Gründung einer AG Spielleitplanung aus Bürgern
  • Cityfest Würselen: Stand der AG aus Bürgern mit Informationen zur Spielleitplanung
  • Planungswerkstatt zum Spielplatz von-Plettenberg-Straße
  • Mitbauaktion zum Spielplatz von-Plettenberg-Straße
  • Vorortbegehungen der Planer
  • Weitere Sitzungen der beiden Arbeitsgruppen
  • Durchführung von Streifzügen
  • Präsentation der Zwischenergebnisse im Jugendhilfeausschuss
  • Weitere Bestandserhebungen der Planer
    2006
  • Befragung von Jugendlichen an Schulen
  • Erstellung der Bestandspläne
  • Entwicklung von Potenzialen
  • Vorstellung einer Bewertung von Spielplätzen in der Spielplatzkommission
  • Erstellung des Spielleitplans
  • Vorstellung der Ergebnisse im Jugendhilfeausschuss und Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung
  • Beschluss der Spielleitplanung im Rat der Stadt Würselen (12.12.2006)

Erfolge und Schwierigkeiten
Foto: Planungsbüro Stadtkinder

Die mit der Aufstellung des Spielleitplanes verbundenen Aktivitäten und Presse-Veröffentlichungen haben der Berücksichtigung von Kinderinteressen in Planungsvorhaben innerhalb der Kommunal-Politik und der Bevölkerung deutlich Vortrieb gegeben. Das Projekt „Spielleitplanung“ wurde durch die Arbeitsgruppe des Jugendhilfeausschusses „Stadt der Kinder“, in der alle im Rat vertretenen Fraktionen einen Sitz haben, stark gefördert. Dadurch war das Projekt im Bereich der Jugendpolitik nie umstritten. Schwieriger gestalteten sich die Abstimmungen mit dem Bereich der Stadtplanung, weil dort die Spielleitplanung als eine sektorale Planung von verschiedenen Planungsvorhaben gesehen wird. Um diese Abstimmungsprozesse zu verbessern ist das Jugendamt an den regelmäßig stattfindenden sog. “Planungskonferenzen“ beteiligt. Bei diesen Planungskonferenzen werden alle aktuelle und geplante Städtebauvorhaben besprochen, so dass frühzeitig Projekte bestimmt werden können, bei denen eine Kinder- oder Jugendlichenbeteiligung vorgenommen werden soll.

Bei Ausschreibungen für Stadt- und Quartiersplanungen werden neuerdings Kriterien für eine kinder- und familienfreundliche Stadtplanung den Wettbewerbsunterlagen beigefügt. Dadurch sollen bei der Auswahl der Planvorschläge diese Kriterien mit berücksichtigt werden.


Öffentlichkeitsarbeit
Neben der oblgatorischen Pressekonferenz zur Spielleitplanung und einem Stand der Arbeitsgruppe beim Cityfest erfolgt ein Großteil der Öffentlichkeitsarbeit über die eigens eingerichtete Homepage "stadt-der-kinder.de".

Regionalkonferenz
Am 4. März 2008 führte das Deutsche Kinderhilfswerk eine Regionalkonferenz im Rathaus Würselen durch. Bürgermeister Werner Breuer betonte: "Wir freuen uns, Gastgeber der Regionalkonferenz zur Spielleitplanung sein zu können. Als erste Stadt in NRW, die einen Spielleitplan im Rat beschlossen hat, sind wir gerne bereit unsere Kenntnisse anderen Kommunen weiterzugeben.“

Im Vordergrund der von rund 50 Teilnehmer/innen besuchten Konferenz standen die Fragen: Was sind die ersten Schritte? Wer muss alles beteiligt werden? Wie lässt sich ein solches Verfahren finanzieren? Anschaulich wurde dargestellt, wie die Belange von Kindern und Jugendlichen mit den klassischen Planungsinstrumenten wie z.B. die Bauleit- und Verkehrsentwicklungsplanung verknüpft werden können und wie die Spielleitplanung zur vorausschauenden Sicherung und Weiterentwicklung von Freiflächen dient.

Auszeichnung
Die Spielleitplanung ist vom Deutschen Kinderhilfswerk mit dem Spielraumpreis des Monats Dezember 2004 ausgezeichnet worden. Im November 2006 wurde die Stadt Würselen für die Erstellung des Spielleitplanes vom Ministerium für Bauen und Verkehr im Rahmen des Projektes „Stadt für Kinder = Stadt der Zukunft“ ausgezeichnet.

Ausblick
Die Spielleitplanung wird in 2010 fortgeschrieben. Ein Kriterium ist die Überprüfung der derzeit vorhandenen Spielplätze anhand der Bevölkerungsstruktur in den Sozialräumen, in dem sich die Spielplätze befinden. So kann es sein, dass sich ein Kleinkinderspielplatz in einem Sozialraum befindet, in dem nur noch wenig Kinder leben. Hier müsste dann überprüft werden, ob dieser Spielplatz weiter mit kostenträchtigen Spielgeräten versehen bleibt und der Spielplatz in einem hohen Pflegeaufwand verbleibt, oder ob dieser Spielplatz als Aufenthaltsort oder Treffpunkt für andere Generationen (z.B. Jugendliche) genutzt werden kann. Die Fläche soll aber in jedem Fall gesichert bleiben und darf nicht bebaut werden. Gleichfalls soll in der Fortschreibung überprüft werden, inwieweit andere Spiel- und Aufenthaltsflächen für Kinder stärker berücksichtigt werden können. Dies geschieht auch mit dem Ziel, so weit es geht die gesamte Stadt als Spiel- und Aufenthaltsort zu sehen.

Finanzierung
Das Projekt Spielleitplanung wurde gefördert mit Mitteln des Landes NRW, der Stadtentwicklung Würselen GmbH & CoKG sowie der Stadt Würselen.

Downloads
> Dokumentation Würselen

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