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Modellkommunen
Übersicht der Modellkommunen: Soltau

Beteiligung an der Entwicklung des Leitbildes Spielraum Soltau


Organisation: Stadt Soltau
Poststraße 12
29614
Soltau
Niedersachsen
Ansprechpartner: Frau Marion Kreutzer
Website: http://www.soltau.de/


Projektinhalt
Die Stadt Soltau in der Lüneburger Heide liegt zentral im sogenannten Elbe-Weser-Dreieck, also in der Mitte der Ballungszentren Hamburg, Bremen und Hannover. Mit rund 22.000 Einwohnern ist Soltau als Mittelzentrum zweitgrößte Stadt im Landkreis Soltau-Fallingbostel.

Der Spielraum Soltau lässt sich in einem Leitbild sowohl räumlich als auch inhaltlich als realisierbare Vision darstellen:
Der Spielraum ist ein Gebiet, in dem zahlreiche Bereiche des alltäglichen Lebens und auch besonderer Einrichtungen und Veranstaltungen spielerisch gefasst sind. In der Innenstadt und im Böhmepark verbinden Spielstationen drei markante Punkte der Stadt, den Georges-Lemoine-Platz als Veranstaltungsort und Begegnungsstätte für Jung und Alt, das Spielzeug- museum mit dem interaktiven, erfahrungsorientierten museumspädagogischen Ansatz und die Filzwelt,einem spielerischen Informationszentrum, das in eine Fabrik integriert ist, in der aktuell noch verschiedene Filze industriell hergestellt werden.
Für die Einwohner der Stadt wird die Lebensqualität gehoben, weil das Angebot für alle Generationen, familienfreundlich und barrierefrei konzipiert ist.

Im Jahr 2008 startete Soltaus Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf die „Sozial-Offensive“, die insbesondere für Familien mehrere Ziele verfolgt:

  • Die Sensibilisierung aller Bürger, Vereine, Einrichtungen,
    Unternehmen etc. für die spezifischen Belange von Familien in der Stadt.

  • Zur finanzielle Entlastung von Familien mit Kindern sollen
    Geschwisterkinder in den Kindergärten gebührenfrei sein.

  • Das Angebot von zusätzlichen Tagespflegestellen bis hin zur
    Abendbetreuung von Kindern.

  • Neue Impulse für eine familienfreundliche Ausgestaltung der Stadt.

  • Die familienfreundliche Ausrichtung der Angebote und Leistungen der Stadtverwaltung.

  • Die Förderung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Seit dem Start dieser Offensive sind z.B. neue Angebote der Kinderbetreuung in Kindertages- stätten und Tagespflege entstanden, wichtige Hilfestellungen für den Übergang von der Schule in den Beruf und zahlreiche Aktionen zur Bürgerbeteiligung umgesetzt.

Projektdurchführung
Foto: Stadt Soltau

Stärken und Schwächen wurden analysiert, Zukunfts- visionen und Lösungsansätze entwickelt. Die Jugend- lichen bauten Modelle, schrieben Lieder, drehten Filme und stellten diese einer breiten Öffentlichkeit vor. Die jeweilige Beteiligungsform (Workshop, AG, Projekttag) war individuell abgestimmt auf die Gegebenheiten in den einzelnen Schulen.

Projektergebnisse:
Die Ergebnisse sind z.B. eine buntere Bepflanzung in der Innenstadt oder eine Beachvolleyballfeld mit Treffmöglichkeiten mitten in der Innenstadt. Titel: Ideenwerkstatt Innenstadt

Auftakt für die Kooperation „Spiel!platz ist überall!":
Ein weiteres Projekt war die Umgestaltung eines Bauwagens zu einer „Spielbox“. Hier können sich heute alle spielbegeisterten großen und kleinen BesucherInnen mitten in der Fußgängerzone verschiedene Spielgeräte ausleihen und sich im gesamten Innenstadtgebiet damit beschäftigen. So wird das Einkaufserlebnis insbesondere für Kinder zu einem spannenden Erlebnis. Die Betreuung des Projektes wird von Minerva – einer Werkstatt für behinderte Menschen - übernommen.

Soltaus Baugebiete werden besonders kinder- und familienfreundlich gestaltet. Es werden besondere Spiel- und Treffmöglichkeiten geschaffen, an denen sich möglichst viele Generationen begegnen und austauschen können. Eine familienfreundliche Preisstaffelung bietet Familien mit mind. drei Kindern oder der Absicht mit mehreren Generationen unter einem Dach zu wohnen die Möglichkeit, günstiges Bauland zu erwerben.


Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Foto: Stadt Soltau

Kindern und Jugendlichen wurde in projektbezogener Form Gelegenheit gegeben, ihre Ideen zur Leitbild- entwicklung einzubringen.
Kinder und Jugendliche waren/sind auch an der Umsetzung und Weiterentwicklung der Projekte beteiligt. In einer großen schulübergreifenden Veranstaltung wurde der aktuelle Stand des Leitbildes Spielraum Soltau ca. 450 SchülerInnen vorgestellt. Auch hier konnten sie aktiv mitwirken und drei Objekte auswählen, die als „Startschuss“ kurzfristig umgesetzt wurden.

Im Rahmen der Aktion „Mobil für Kinderfreundlichkeit“ hat sich Soltau nicht nur mit dem Thema Kinderrechte, sondern konkret auch mit der Umgestaltung des Böhmeparks beschäftigt. Viele Kinder waren an diesem Tag gekommen, um ihre Ideen für eine kinder- und familienfreund- lichere Umgestaltung einzubringen.



Am Abend waren Politiker und andere Interessierte eingeladen, sich die Modelle und Plakate anzusehen und sie direkt mit den Kindern zu besprechen. Ein Ergebnis war, dass das Thema Wasser immer wieder aufgegriffen wurde. So konnte kürzlich mit Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerkes eine Wassersäule installiert werden. Zusätzlich wird der Wasserspielplatz mit einem großen neuen Gerät aufgewertet. Die Einweihung des Platzes ist für Herbst 2010 vorgesehen, dieser tag soll auch wieder dazu genutzt werden, Ideen von Kindern einzusammeln und in die weiter Entwicklung einfließen zu lassen.


Projektchronologie: Umsetzungsschritte
Foto: Stadt Soltau

Leitbild- und Stadtentwicklung sind Prozesse, die sich ständig weiterentwickeln. Das Ziel der Stadt Soltau ist es, Beteiligungsformen zu entwickeln, die es möglichst vielen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, diesen Prozess zu begleiten und ihn aktiv mitzugestalten.
Weiterhin soll möglichst viel in Projekten zu unter- schiedlichen Themen und Schwerpunkten gearbeitet werden. Projekte bieten durch zeitliche und thematische Abgrenzung die Möglichkeit, dass die TeilnehmerInnen einen Prozess von der Idee bis zur Umsetzung miterleben können.

In Kooperation mit Schulen werden zur Zeit Ideen für regelmäßige Beteiligungsformen entwickelt. Vorstellbar wäre, dass man immer wieder mit bestimmten Jahr- gängen Workshops durchführt. So hätten viele SchülerInnen die Möglichkeit einen ersten Einblick in Stadt- und Leitbildentwicklung zu bekommen.
Einmal im Jahr findet eine Kinderratssitzung statt. Hier haben die Kinder Gelegenheit sich direkt mit dem Bürgermeister auszutauschen und über die Themen zu sprechen, die sie bewegen. Alle Anregungen, Ideen und Kritik fließen in die Planungen unterschiedlicher Fachbereiche ein.

Öffentlichkeitsarbeit
Nähere Informationen z.B. zur Dokumentation der Ideenwerkstatt Innenstadt findet man auf der Homepage der Stadt Soltau.

Erfolge und Schwierigkeiten
Die Spielbox hat sich zu einem wichtigen Aushängeschild für den Spielraum Soltau entwickelt. Mittlerweile hat sie einen festen Platz auf dem umgestalteten Georges-Lemoine-Platz erhalten. Aufgewertet wurde der Platz zusätzlich mit großen Straßenspielen.
Als besonderes Highlight hat die große Box im Mai 2010 ein Baby bekommen, das im Rahmen des Weltspieltages in Betrieb genommen wurde. Mit der kleinen Box sind die Jugendpflege und andere Einrichtungen unterwegs und suchen verborgene Spielorte und andere Orte in der Stadt auf, um Groß und Klein zum Spielen einzuladen. Dieses Projekt soll in 2011 weiter ausgebaut werden und zusätzlich als Modell für "mobile Beteiligung" eingesetzt werden. Ideen und Anregungen zur Stadtgestaltung und anderen relevanten Themen werden dann mit einge- sammelt.

Soltau hat sich 2009 beim Wettbewerb "Kommunen für Familien in Bewegung" des niedersächsischen Familienpreises, Sparte "Familienfreundliche Kommune", beworben - und den dritten Platz in Niedersachsen belegt!

Ausblick

  • weiterhin projektbezogene Beteiligung, vergleichbar mit der Ideenwerkstatt,
  • Einrichtung eines Jugendforums, Jugendparlamentes,
  • Ausbau von Spielplatzpatenschaften,
  • Entwicklung eines regelmäßigen Beteiligungsinstrumentes auf der Basis projektbezogener Arbeit, z.B. in Kooperation mit Schulen,
  • Kinderstadtplan,
  • Generationenübergreifende Spielorte.
Das Leitbild Spielraum Soltau wird kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 2010 wurden eine Begrüßungsfigur, ein Till Eulenspiegel und in naher Zukunft auch witzige Sitzfiguren eingeweiht. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit einem "Spielecken-TÜV". Citymanagement, Spiel- museum und Jugendpflege geben Soltauer Kaufleuten Tipps zur Weiterentwicklung, Aufwer- tungen oder Neugestaltung ihrer Spielecken. Auch hier sollen Kinder als Experten beteiligt werden. Etabliert haben sich auch unsere Spielraumführungen, eine Stadtführung bei der Spielorte und Objekte im Vordergrund stehen.


Downloads
Ausschnitt Broschüre Ideenwerkstatt


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