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Modellkommunen
Übersicht der Modellkommunen: Stadt Mülheim an der Ruhr

Partizipation von Kindern und Jugendlichen an der Teilraumentwicklungsplanung Mülheim - Broich/Speldorf


Organisation: Stadt Mülheim an der Ruhr
Schloßstr. 22
45468
Mülheim an der Ruhr
Nordrhein-Westfalen
Ansprechpartner: Herr Bernd Rose
Website: http://www.stadt-muelheim.de/


Projektinhalt
Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat 171.160 Einwohner. Bis zum Jahre 2015 soll die Einwohnerzahl wegen der geringen Geburtenraten auf 167.000 Einwohner schrumpfen. Besonders die Rate der Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter wird stark zurückgehen, während sich die Quote der 0-3 jährigen stabilisiert.

Die Stadt Mülheim hat sich dem Leitbild einer kinder- und familienfreundlichen Stadt verschrieben, in dem der Bürgerbeteiligung, insbesondere der Partizipationsgedanke für Kinder und Jugendliche ein besonderer Stellenwert eingeräumt wird. Seit 2006 hat die Stadt Mülheim einen Jugendstadtrat. Neben verschiedenen Projektbeteiligungen, angefangen bei Spielplatzplanungen oder einer Freibadplanung, wurde ein Partizipationsprojekt für Kinder und Jugendliche an der Teilraumentwicklungsplanung Mülheim-Broich/Speldorf durchgeführt.


Projektdurchführung

Foto: Stadt Mülheim an der Ruhr

Die Teilraumentwicklungsplanung ist ein Steuerungsinstrument in der Stadtentwicklung und legt den Fokus auf städtebauliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilräume. Hier wird auf die Bedürfnisse aller, auch der nachkommenden Generation, eingegangen. Dabei soll die Attraktivität des Lebensraumes erreicht und gleichzeitig die Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtteil gefördert werden.
Ziel der Teilraumentwicklungsplanung Mülheim-Broich/Speldorf war die Sicherung und behutsame Weiterentwicklung vorhandener räumlicher Qualitäten wie z. B. Brachflächen mit hohem Spiel- und Erlebniswert. Darüber hinaus sollten Informationen gewonnen werden, die zur Bereitstellung bedarfsgerechter Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche führen können.

Bei der Teilraumentwicklungsplanung wurden bereits im Jahr 2004 Erwachsene durch Bürgerforen beteiligt. Anschließend war die Meinung der Kinder und Jugendlichen gefragt.

Der Ablauf des Projektes gliederte sich in verschiedene Beteiligungsbausteine:

  • Auftaktveranstaltung
  • Mental Maps
  • Planungswerkstatt
  • Streifzüge
  • Vorstellung der Zwischenergebnisse in Ausschüssen
  • Planungsgespräche mit Jugendlichen
  • Eltern- und Trägerkonferenz
  • Entwicklung von Maßnahmen und Vorhaben

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Foto: Stadt Mülheim an der Ruhr

Bei der Teilraumentwicklungsplanung stand im Vordergrund, die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zu erforschen, darzustellen und in das Gesamtteilraument-wicklungskonzept zu integrieren. Die direkte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen war dabei ein zentraler Verfahrensbaustein.

Eine besondere Funktion in der Vorbereitung nahmen Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Willy-Brandt-Gesamtschule ein. Ein Schulhalbjahr lang
beschäftigten sie sich intensiv mit der Teilraumentwicklungsplanung Broich/Speldorf. Als so geschulte „Planungsprofis" waren sie an der Konzeptionsentwicklung beteiligt und übernahmen die Durchführung und Moderation der Auftaktveranstaltung. Sie stellten ihr Wissen zur Verfügung, begleiteten die Kinder und Jugendlichen bei der Durchführung der einzelnen Beteiligungsbausteine und übernahmen eine Mentorenrolle.


Projektchronologie: Umsetzungsschritte

Foto: Stadt Mülheim an der Ruhr

Das Vorhaben wurde im November 2004 durch die Stadtentwicklung und Jugendhilfeplanung konzeptionell entwickelt. Zu Beginn des Jahres 2005 wurden erste konkrete Vereinbarungen mit dem Planungsbüro Stadt-Kinder aus Dortmund getroffen. Mittels verschiedener Beteiligungsformen wurden Kinder und Jugendliche zu ihren Wünschen und Vorstellungen in Bezug auf den Stadtteil befragt und gemeinsam mit ihnen Pläne erstellt. Im ersten Quartal 2006 wurden die Planungsergebnisse dokumentiert und den politischen Entscheidungsgremien mit dem Ziel vorgestellt, diese in die Teilraumentwicklungsplanung Broich/Speldorf aufzunehmen. Dieses Ziel wurde durch einen Ratsbeschluss erreicht. Die vorgeschlagenen Projekte werden je nach Umfang und objektiven Kriterien kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt.


Erfolge und Schwierigkeiten
Bereits während des Projektverlaufes sind einige Hinweise der Kinder und Jugendlichen von der Verwaltung und der zuständigen Bezirksvertretung aufgegriffen und umgesetzt worden. Dies gilt insbesondere für Straßenquerungshilfen im Bereich von Schulen. Auch die Umgestaltung des Schulhofes an einer Grundschule konnte bereits während der Projektphase realisiert werden. Die Anregung, ein Beachvolleyballfeld anzulegen, wurde im Rahmen der politischen Beratung des Gesamtberichtes aufgegriffen und zur Realisierung vom Planungsausschuss angeregt.

Ausblick
Es ist mit diesem Beteiligungsprojekt gelungen, die Interessen von Kindern und Jugendlichen kennen zu lernen und in die Fachterminologie der mittel- bis langfristigen Stadtplanung zu übersetzen. Die Anregungen der beteiligten Kinder und Jugendlichen werden zu wichtigen Argumenten für die Planungsinstanzen außerhalb der Jugendhilfe und für die gesamtstädtische Querschnittsaufgabe.

Die beteiligten Kinder und Jugendlichen haben erfahren können, dass sie als Gesprächspartner durch Verwaltung und Politik ernst genommen werden. Dies wurde insbesondere bei den öffentlichen Präsentationen der Ergebnisse durch die Kinder und Jugendlichen deutlich. Einige ihrer Anregungen wurden bereits im laufenden Planungsprozess umgesetzt. Dies verdeutlicht den beteiligten Kindern und Jugendlichen ihre Einflussmöglichkeit.


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