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Modellkommunen
Übersicht der Modellkommunen: Karlsruhe-Mühlburg

Spielleitplanung im Soziale-Stadt-Programm in Karlsruhe-Mühlburg

Organisation: Gartenbauamt Stadt Karlsruhe
Lammstr.7a
76124
Karlsruhe
Baden-Württemberg
Ansprechpartner:

Frau Hildegard Breitenbach-Koch

Website: http://www.karlsruhe.de

Projektinhalt
Karlsruhe, die Fächerstadt am Rhein, wird von etwa 290.000 Menschen bewohnt.
Zielsetzung der Stadt (aus dem Leitbild):

Eine nachhaltige (zukunftsfähige) Entwicklung der Stadtgemeinschaft (Kommune) hin zu einer höheren Lebensqualität jetzt lebender und künftiger Generationen unter umfassender Beachtung und Abwägung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte und Zwänge.
Die Arbeits-, Wohn- und Aufenthaltsqualität in der Stadt langfristig so zu entwickeln, dass das Lebensgefühl aller gesteigert und der Verbrauch an Ressourcen gemindert wird:

• Sicherer Wirtschaftsstandort,
• Gute Versorgungs-Infrastruktur,
• Hoher alltäglicher Freizeitwert,
• Gesundes Wohnumfeld,
• Ansprechendes Bildungs- und Kulturangebot.

Stadtteilentwicklung für Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf ist ein neuer Ansatz, eine gezielte und integrierte Förderung zu erreichen. Dabei kommen vorrangig diejenigen Stadtteile in Betracht, die einer besonderen Stabilisierung und Imageaufbesserung bedürfen.

Die Einbeziehung der Meinung und des Erfahrungswissens der vor Ort ansässigen Bürgerinnen und Bürger steht dabei im Mittelpunkt. Sie werden über geeignete Beteiligungsverfahren aktiv in den Erneuerungsprozess eingebunden.

Mühlburg als Programmgebiet Soziale Stadt - Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat am 22. Mai 2007 die Sanierungssatzung für das Soziale Stadt Gebiet Mühlburg beschlossen. Damit stehen Fördermittel von Bund, Land und von der Stadt Karlsruhe zur Verfügung, um in Mühlburg städtebauliche und soziale Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität umzusetzen.

Seit Herbst 2007 sind alle Bürgerinnen und Bürger, der Bürgerverein, Wohnungseigentümer, Gewerbetreibende, Initiativen und Einrichtungen eingeladen, an einem breit angelegten Beteiligungsprozess teilzunehmen. Gemeinsam sollen mit ihrem Wissen, ihren Ideen und ihren Anregungen maßgeschneiderte Projekte und Maßnahmen für Mühlburg entwickelt und umgesetzt werden, die den Stadtteil voran bringen.

Projektdurchführung
Die Idee "Spielleitplanung" als Pilotprojekt im Rahmen des Bund-Länder-Programms Soziale Stadt im Stadtteil Mühlburg durchzuführen, entstand aus dem verwaltungsinternen
Arbeitskreis „Kinder-Mobilität- Verkehr“. Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertreter/-innen des Umwelt- und Arbeitsschutzes, des Stadtplanungsamtes, des Amtes für Bürgerservice und Sicherheit, des Polizeipräsidiums, des Tiefbauamtes, der Mobilen Spielaktion des Stadtjugendausschusses e. V. Karlsruhe, des Karlsruher Verkehrsverbunds, des Gartenbauamtes, des Schul- und Sportamtes und des Kinderbüros zusammen.
Das Anliegen der Teilnehmer/-innen ist es, die Kinderinteressen in den eigenen Dienststellen zu vertreten, sich gegenseitig dabei zu unterstützen und zu vernetzen.
Gesetzliche Grundlage ist die UN-Kinderrechtskonvention von 1989. Auch das Kinder- und Jugendhilfegesetz postuliert in §1 Abs. 3 Nr. 1 bis 4 die Schaffung positiver Lebensbedingungen, sowie den Erhalt und die Herstellung einer kindgerechten und familienfreundlichen Umwelt.

Diesen Grundlagen entsprechend entwickelten wir folgende Leitgedanken:

  • Körperlich, geistige und seelische Gesundheit der Kinder durch mehr spielerische Bewegung;
  • "Bespielbare Stadt" - überall in Karlsruhe sollen kindgerechte Flächen zum Spielen anregen;
  • "Lebendige Stadt" - Spielraumerweiterung durch die Schaffung von örtlichen Möglichkeiten für bessere Kommunikation und mehr aktive körperliche Betätigung
    unter Berücksichtigung der Sozialverträglichkeitskriterien;
  • Mobil ohne Auto - Bewusstseinsänderung der Bevölkerung durch ein umweltverträglicheres und gesünderes Mobilitätsverhalten;
  • Familienfreundliches Stadtbild.
Die Bestandsermittlung und die Beteiligungen sind im Wesentlichen abgeschlossen. Einige Maßnahmen werden im Herbst diesen Jahres umgesetzt. Es ist im Vorfeld der Umsetzung eines Projektes zu erheblichen Nachbarschaftsproblemen gekommen. Hier werden zur Zeit Workshops mit den betroffenen Interessengruppen durchgeführt.

Der Sachstandsbericht, in den die Ergebnisse der Beteiligungen der Jugendlichen, Kinder und entsprechender Arbeitskreise des Programms Soziale Stadt einfließen, wird im Herbst im Jugendhilfeausschuss der Stadt vorgestellt.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
An alle 5. und 6. Klassen der Schulen im Gebiet wurden subjektive Landkarten sog. „Mental Maps“, bestehend aus einem Fragebogen und einem Stadtplan, verteilt. Folgende Fragen waren darin enthalten:
  • Wo wohnst du im Stadtteil?
  • Welchen Weg gehst du zur Schule?
  • An welchen Orten bist du gerne in deiner Freizeit und was machst du dort?
  • Wie kommst du zu deinen Spiel- und Aufenthaltsorten im Stadtteil?
  • Wo hast du draußen im Stadtteil Stress/ Angst, z. B. Konflikte mit anderen Menschen oder im Straßenverkehr?
  • Wo gibt es für dich unheimliche Orte?
  • Stell dir vor, du bist der Bürgermeister/ Bürgermeisterin von Mühlburg. Was würdest du in deinem Stadtteil für Kinder und Jugendliche verändern?
Am 22. April 2009 wurden mit den 4. Klassen der Grundschulen in Mühlburg Streifzüge durch das Gebiet unternommen. Rund 100 Kinder waren daran beteiligt. Sie wurden begleitet von Student/-innen der Hochschule und Fachschüler/-innen der Fachschule für Sozialpädagogik „Haus Bethlehem“.



Die Ergebnisse der Mental Maps und Streifzüge wurden von den Student/innen der Hochschule Karlsruhe, Fachbereich Architektur unter Leitung von Frau Prof. Susanne Dürr ausgewertet und in einer Broschüre mit Plänen dokumentiert.

Jugendbeteiligungen
es wurden 2 Jugendkonferenzen durchgeführt, Moderation Frau Ute Kinn, Gebietsmanagerin

Zukunftswerkstatt
Zur Teilnahme an der Zukunftswerkstatt, 7. Juni 2008, die eine sehr geringe Beteiligung hatte, waren alle Bürgerinnen und Bürger des Quartiers eingeladen. Es wurden Themenbereiche gebildet, die im Rahmen dieser Veranstaltung behandelt wurden:

- Am Wasser Alb,
- Fass mich an,
- Hinein und durch den Innenhof,
- Quer zum Strom,
- Hildapromenade.

Die Leitung und Moderation dieser Veranstaltung übernahm der Landschaftsarchitekt Dirk Schelhorn.

Projektchronologie
- Nov 2007 und 24. Januar 2008: Jugendkonferenzen;
- Februar 2008: Mental Maps erstellt und an Schulen verteilt;
- 22. April 2007: Streifzüge;
- Mai 2009: Ergebnisse Mental Maps und Streifzüge;
- 7. Juni 2008: Zukunftswerkstatt;
- 19. Juni 2009: Planungswerkstatt Fliederplatz Lindenplatz;
- 16. Juli 2008: Berichterstattung im Sanierungsbeirat;
- September 2008: Mittelbeantragung für Maßnahmen;
- 30. Juni 2009: Stadtteilkonferenz Berichterstattung über den Stand der Spielleitplanung;
- 20. Juli 2009: Workshop Bolzplatz vor der Draisschule -Konfliktmanagement;
- Herbst 2009: Umsetzung einzelner Maßnahmen;
- Herbst 2009: Vorstellung des Spielleitplanes im Jugendhilfeausschuss.


Öffentlichkeitsarbeit
> Zeitungsartikel als PDF

Ausblick
Die Methode „Spielleitplanung“ ist für eine große Stadt wie Karlsruhe nicht flächendeckend durchführbar. Aus unserer Sicht ist die Durchführung der Spielleitplanung nur im Zusammenhang mit dem Programm „Soziale-Stadt“ sinnvoll, um konkrete, umsetzbare Ergebnisse, im Hinblick auf eine generationenübergreifende, familienfreundliche Stadtgestaltung zu erzielen.
Die Rückkoppelungen mit Kindern hätten wir gerne vertieft, dies war aber personell nicht umsetzbar.
Die ämterübergreifende Zusammenarbeit war sehr fruchtbar und wirkt sich sicherlich nachhaltig auf die Kinderfreundlichkeit in der Stadt aus.

In einem weiteren Sanierungsgebiet in Karlsruhe, in dem die Beteiligungsverfahren bereits angelaufen sind, werden wir auch eine intensive Jugend- und Kinderbeteiligung durchführen, jedoch nicht im Rahmen einer Spielleitplanung.


Finanzierung
Die Maßnahmen werden über mehrere Haushaltsjahre verteilt, im Wesentlichen mit Sanierungsmitteln finanziert.

Kartenmaterial als PDF Dateien zum Download:

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